Seit 1999 hat die Judoabteilung die Wing Chung Gruppen des TV Eiche nach dem Ausscheiden des Trainers übernommen. Durch diese Übernahme wurden die hauptsächlich aus Kindern bestehenden Sportler der Deutschen Wushu Federation angeschlossen und betreiben seither das Dju Su. Da Dju Su in seiner Vielfalt auch dem Judo entsprechende Würfe und dem Aikido entsprechende Hebel und später auch den Umgang mit archaischen Waffentypen wie Stock und Messer beeinhaltet, war dies für die Sportler eine Erweiterung des "Sportangebots". Die Sportler haben aufgrund des Zusammenschlusses der ehemaligen Wing Chung Gruppen und der Judoabteilung zur Budoabteilung nun die Möglichkeit, beide Angebote sowohl Kung Fu Dju Su als auch Judo wahrzunehmen. Zusätzlich wird auch Taiji Quan (Tai Chi Chuen) und Ju-Jutsu in unserer Abteilung geübt.
Historie
Offiziell betreiben wir den Kung Fu Stil Dju Su innerhalb der Deutschen Wushu Federation.
Das Dju Su ist ein modernes, offenes Selbstverteidigungssystem, welches seine Ursprünge aus den verschiedenen traditionellen Kung Fu / Wushu Stilen hat. Letztendlich geht die Tradition des Dju Su bis auf das Shaolin Kloster zurück (wie die meisten chinesischen Kampfstile, übrigens auch japanische wie das Judo und Karate). Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen kennt das Dju Su kein Muss an bestimmten Techniken oder Technikfolgen/formen, dadurch kann es ständig erweitert, verbessert und den Interessen des Individuums angepasst werden. Da es somit keinerlei Einschränkungen gibt, ist Dju Su ein für die Selbstverteidigung hervorragend geeignetes Kampfsystem. Traditionelle Formen (jap.: Kata), im chinesischen Taolu, sind kein fester Bestandteil dieses Systems. Die erfolgreiche Abwehr eines Angriffs steht im Vordergrund und nicht die Schönheit der Aktion. Dies bedeutet, dass der Sportler nicht nur aus dem großen Schatz der Techniken die für ihn am besten geeigneten Techniken herauspicken darf, sondern geradezu muss, um die Abwehr straßengerecht durchführen zu können! Unsere Gruppe besuchte in den letzten Jahren zahlreiche Lehrgänge unseres eigenen Verbandes, aber auch die von befreundeten Jiu Jitsu Verbänden, welche die japanische Variante der Selbstverteidigung üben.
Das Shaolin Kempo und das Chan Shaolim Si wurde in Europa von dem in den Niederlanden lebenden Prof. Dr. phil. Dr. T.C.M. Sifu Tse Dshero Khan Chen Tao Tse, durch die Annahme der niederländischen Staatsbürgerschaft Gerald Karel Meijers, eingeführt. Sifu Tse wurde am 28.August 1928 in Ulan Buhar (Mongolei) als Prinz Ganjuuryn Dshero Khan im Adelsgeschlecht der Bordschiggin geboren. Seine Ahnenreihe geht bis auf den legendären Dshingis Khan zurück. Seine Abstammung wurde im Jahre 1991 von der mongolischen Regierung bestätigt und anerkannt. Er wuchs allerdings elternlos in einem indonesischen Waisenhaus auf.
Er lebte in seiner Jugend in verschiedenen Klöstern und studierte die Kampf- und Kriegskünste China's, in Shaolin erlernte er bei dem Mönch Tao Tze, Qi Gong, im Hsi Lin Tempel studierte er die chinesischen Klassiker und die traditionelle chinesische Medizin, im Kloster Hiap Thien Kiong die Kampfkünste Chuan Su und Wu Tang, bis zur Meisterschaft. Sifu Tse wurde als Jugendlicher von dem holländischen General, Cornelius Meijers adoptiert und lebte in den unterschiedlichsten Garnisonen der Stationierung seines Adoptivvaters. Er kam dort mit den verschiedensten Kampfkünsten in Berührung und konnte so die vielfältigen Prinzipien studieren.
Teile seiner Ausbildung erfuhr er im Kloster Hiap-Thien-Kiong durch den Mönch Tu Se Peng Tijing. Dshero Khan war für rund 15 Jahre direkter Schüler des Yamaguchi Gogen ("The Cat"), ein bedeutender Meister des Goju Ryu Karate. Im Koreakrieg erlernte er Poh-chi und Tae Kwon Do. In den 50er Jahren kamen die beiden Indochina-Veteranen Sifu Tse und dem schon 1974 verstorbene Kun-Tao Meister Carl Faulhaber nach Holland zurück und begründeten das Shaolin Kempo. Sifu Tse entwickelte das Chan Shaolim Si, das Dju-Su und das Kong Soo Tao. Das Studium des Chan Shaolim Si setzt sich in erster Linie während der ersten Jahre aus den statischen Prinzipien, der Grund- oder auch Laufschule, den Formen, Hauptform ist der Drachenstil, den Partnerübungen, Pokkets und dem Dju Su, der Selbstverteidigung zusammen. Der Begriff Chan Shaolim Si entstand am Ende der 70er Jahre, vorher wurde andere Formulierungen wie Wu-Shu, Shadlim Si, Shaolin Kung-Fu oder Nord Shaolin verwendet. Der wohl treffenste Name ist nach wie vor Drachenstil, in den meisten englischsprachigen Publikationen wird auch heute der Begriff Dragon-Style benutzt. Dshero Khan unterrichtete in den 60er und 70er Jahren unter anderem die CIA, die Fremdenlegion, die deutsche Polizei und die GSG 9.

